Ausbildung zur Tagesmutter und Kinderbetreuerin (Nanny)



Beim mehrwöchigen Aufenthalt unserer Obfrau Anika Akopian im Sommer 2017 in Gjumri konnte ein neues Ausbildungsprojekt gestartet werden, in dem junge Frauen zur Tagesmutter und Kinderbetreuerin (Nanny) ausgebildet werden. Dabei handelt es sich um einen Beruf mit sehr guter Beschäftigungsperspektive. Bei dem Gespräch mit dem Arbeitsamt in Gjumri hat sich rasch herausgestellt, dass es mehrere offene Stellen als „Nanny“ gibt, dass aber eine gewisse Ausbildung für diese Tätigkeit erwartet wird. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und dem lokalen Verein „Smile to you“, der das Curriculum organisieren und abwickeln wird, konnte ein Ausbildungsplan für die künftigen Kinderbetreuerinnen erarbeitet werden.

 

Die Kursteilnehmerinnen werden zunächst in mehreren Themenblöcken theoretisch  unterrichtet. Eine Juristin wird den Kursteil über die arbeitsrechtlichen Rechte und Pflichten übernehmen, eine Ärztin die Schulung über das Erkennen von und den Umgang mit Kinderkrankheiten und Erster Hilfe. Der größte Kursblock wird von Psychologinnen gestaltet, dabei wird es um unterschiedliche Erziehungsmethoden und –konzepte, aber auch um Märchen, Spiele und frühkindliche Förderung gehen. Für diesen Ausbildungsteil konnten wir unter anderem Frau Karine Sahakyan, die Lehrstuhlinhaberin des pädagogischen Instituts der Universität Gjumri, gewinnen. Außerdem müssen die Kursteilnehmerinnen auch drei Praktika absolvieren  – in einem Kindergarten, einer Schule und in „Emils kleiner Sonne“, einem Therapiezentrum für körperlich beeinträchtigte Kinder, das seit vielen Jahren mit der Caritas Tirol und Vorarlberg zusammenarbeitet. Die Ausbildung wird durch eine Prüfung abgeschlossen und durch ein Zertifikat bestätigt.

 

Am 4.12.2017 haben bereits zehn junge Frauen mit dem Kurs begonnen, der in den Räumen einer Menschenrechtsorganisation stattfindet. Wir freuen uns sehr, mit dieser neugeschaffenen Ausbildung jungen Frauen reale Arbeitsplatzchancen zu bieten und dabei mit einigen wichtigen Institutionen in Gjumri so konstruktiv und mit einer gemeinsamen Zielsetzung zusammenarbeiten zu können.