Ausbildung als Frisör/in 2017/2018

 

Dieses Jahr befinden sich zwei Jugendliche in der Ausbildung als Frisör/in, die bis Ende 2017 von uns finanziert wird:  

 

Takuhi ist 22 Jahre alt und verheiratet. Sie hat früher bereits mit einer Frisörlehre begonnen, die sie jedoch wegen der Geburt ihres Kindes abbrechen mußte. Als ausgebildete Frisörin kann sie in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft durch Hausbesuche ihr Geld verdienen und ihre Arbeitszeiten mit der Kinderbetreuung vereinbaren. 

 

Arnak ist 16 Jahre alt und kommt aus einer schwierigen Familie. Er ist zur Zeit im Fridtjof- Jansen-Waisenhaus untergebracht, da im kleinen Wohncontainer nicht alle 6 Geschwister und die Mutter Platz haben. Er besucht die Ausbildung nach der Schule am Nachmittag und ist begeisterter Haarstylist. Der Eigentümer des Salons LAKME, in dem Arnak die Lehre absolviert, hat bereits zugesagt, ihn nach dem Lehrabschluß nachmittags im Salon anzustellen.

 


Ausbildung als Frisör - Arnak



Ausbildung als Frisörin - Takuhi



(v.r.) Hermine und Tanganusch
(v.r.) Hermine und Tanganusch

Ausbildung als Frisörin / Visagistin 2016/2017

 

Hermine und Tanganusch sind nicht nur Nachbarinnen aus den Wohncontainern, sondern auch Freundinnen. Sie haben sich entschieden, nicht die  gleiche Lehre zu machen, um keine Konkurrentinnen zu werden. Hermine hat sich für die Lehre als Frisörin entschieden und Tanganusch für die Ausbildung als Visagistin.

 

Hermine hat einen minderjährigen Sohn und ist geschieden. Sie wohnt mit der schwerkranken Oma, ihrer Mutter und der Familie ihres Bruders mit dessen zwei minderjährigen Kindern in einem Wohncontainer. 

 

Tanganusch lebt nebenan mit ihrer Oma zusammen. Ihre Eltern und der Bruder sind nach Russland ausgewandert, um dort Arbeit zu finden. 

 

Die jungen Frauen sind im Herbst 2016 von sich aus an Smile to Armenia herangetreten und haben gefragt,  ob eine Möglichkeit besteht, sie bei einem Praktikum in einem Frisier- und Kosmetiksalon zu unterstützen. Unsere Obfrau Anika Akopian hat mit beiden eingehende Gespräche über ihre Vorstellungen und beruflichen Zukunftspläne geführt, um die Ernsthaftigkeit ihres Wunsches zu überprüfen. Beide Frauen, die bisher ohne Schul- und Berufsabschluß waren, konnten uns durch ihre Aufgewecktheit, ihre Zielstrebigkeit und Begeisterung für die von ihnen angestrebten Tätigkeiten überzeugen. Neben der sozialen Notlage, die ohnehin offenkundig war, waren für uns die folgenden Gründe ausschlaggebend, Hermine und  Tanganusch in ihrem Berufswunsch finanziell zu unterstützen:

- Da die Schuhmacherausbildung bisher ausschließlich von Burschen besucht wurde, wollten wir eine Lehrausbildung in einem Zweig ermöglichen, der in erster Linie Mädchen und junge Frauen anspricht.

- Wenngleich die meisten ArmenierInnen einen Lebensstandard haben, der in Österreich als krasse Armut bezeichnet werden würde, wird sehr viel Wert auf ein gepflegtes, ästhetisches Äußeres gelegt. Eine sehr gut geschnittene, chice Frisur und dezent-elegantes Make-up sind für viele Frauen und ihre gesellschaftliche Anerkennung sehr wichtig. Die beruflichen Zukunftsaussichten für Hermine und Tanganusch sind deshalb äußerst positiv.

- Es gibt zwar Frisier- und Kosmetiksalons, dennoch ist es üblich, dass Friseuerinnen und Visagistinnen  ihre KundInnen bei Hausbesuchen in  den Wohnungen  betreuen. Um den beiden Frauen eine selbständige Erwerbsquelle zu ermöglichen, war es lediglich notwendig,  ihnen mit Beginn der Ausbildung die erforderlichen  Unterstilen und Materialien zur Verfügung zu stellen, die sie nach dem erfolgreichem Abschluss der Lehre behalten dürfen, so dass sie nach der Ausbildung voll ausgestattet sind und arbeiten können.

- Nicht zuletzt konnte innerhalb kurzer Zeit ein Salon gefunden werden, der sich bereit erklärte, die beiden Lehrlinge auszubilden, aber auch regelmäßig an Smile to Armenia über die Fortschritte zu berichten. Die Zusammenarbeit hat perfekt funktioniert, sodass wir uns eine Fortsetzung des Projekts sehr gut vorstellen können.     

 

Hermine und Tanganusch haben ihre 6 Monate dauernde  Ausbildung inzwischen  erfolgreich absolviert und verdienen heute mit ihren erlernten Berufen schon ihr tägliches Brot für sich und ihre Familienangehörigen. 


Ausbildung als Visagistin- Tanganusch



Ausbildung als Frisörin - Hermine